Die Projektidee

Logo_Musikzentrum_Saar_hochEin Konzertsaal für alle – was braucht ein idealer Konzertsaal?

Benedikt Stampa, erfolgreicher Intendant des Konzerthauses Dortmund, beschreibt dies ausführlich in der Süddeutschen Zeitung vom 24. März 2015:

  • eine herausragende Akustik:
    die Akustik bestimmt letztlich das Hörerlebnis und ist damit das absolut vorrangige Kriterium für Publikum und Künstler.
  • eine interessante Architektur:
    ein Konzertsaal wird, wenn er spektakulär genug konzipiert ist, zum beliebten Treffpunkt und wird sich zum Anziehungspunkt für Touristen, ja sogar zum Wahrzeichen der Stadt entwickeln.
  • Ein ansprechendes Programm:
    Entgegen allen Unkenrufen: Die Klassik boomt! Aber sie richtet sich auch neu aus und wird so – in unterschiedlichsten Formaten – zum Thema für die gesamte Gesellschaft. Das muss sich in einem vielfältigen Angebot für alle Generationen wiederspiegeln.

Aber kann man einen hochwertigen Klassik-Konzertsaal auch für Unterhaltungsveranstaltungen und Events nutzen? Ja, mit ein wenig Technik – und so wird hochwertige Akustik finanzierbar!

MUSIKZENTRUM SAAR – Klassik, Unterhaltung, Events

Das Saarland ist ein Musikland. Insbesondere die Saarbrücker Musikszene zeichnet sich durch eine hohe Aktivität und Vielfalt aus. Blues, Jazz, elektronische und traditionelle Musik, Pop, Rock und Klassik – die unterschiedlichsten Amateurgruppierungen bilden hier ein breites Spektrum ab. Saar­ländische Profi-Musiker sind sowohl auf nationalem als auch internationalem Parkett vertreten. Die Musikfestspiele Saar belegen eindrucksvoll das hohe Interesse an der klassi­schen Musik in der Re­gion. Die vom Pianisten Joseph Moog und der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kai­sers­lautern unter Leitung des Staatsorchester-Dirigenten Nicholas Milton eingespielte CD mit Kla­vier­konzerten von Edvard Grieg und Moritz Moszkowski wurde in der Kategorie „Best Classical In­stru­mental Solo“ für den Grammy 2016 nominiert. Spätestens dies zeigt, dass sich die saarländi­schen Symphoniker auf internationalem Level bewegen. Aber auch das Publikum in der Region honoriert die Klasse der beiden Orchester: Über 20.000 Musikbegeisterte werden allein deren Sin­foniekon­zerte im Winterhalbjahr 2015/2016 in Saarbrücken besuchen.

Was jedoch allen fehlt, ist ein hochwertiger Konzertsaal vor Ort. Darum bemüht sich der Förderverein Saarphilharmonie e. V. seit Jahren. Das nun vorliegende Konzept beschränkt sich allerdings nicht mehr nur auf einen rein klassischen Konzertsaal, sondern es ermöglicht eine vielfältige kulturelle Nutzung quer durch alle Sparten und über alle Generationen hinweg. Seine Berechtigung erhält es insbesondere auch dadurch, dass dann die Saarbrücker Congresshalle den Kongressen, Tagungen und Messen vorbehalten bleibt, während die kulturellen Veranstaltungen künftig in dem dafür bestens geeigneten neuen MUSIKZENTRUM SAAR stattfinden.

Der Förderverein Saarphilharmonie hat deshalb Anfang des Jahres 2015 den Berliner Akustiker Peter Tennhardt und den Saarbrücker Professor für Digitale Medien Burghard Detzler mit der Ent­wicklung eines neuen, multifunktionalen Konzeptansatzes beauftragt. Das Ergebnis kann sich – auch im nationalen Vergleich – sehen lassen: Herausgekommen ist ein Konzertsaal im klassischen Rechteckformat (Haupttribüne, zwei umlaufende Ränge, insgesamt ca. 1.400 Sitz­plätze), der sich durch eine für den Bereich der klassischen Musik hochwertige Raumakustik auszeichnen wird. Diese lässt sich jedoch auch elektromechanisch einfach verändern und so für andere Genres optimieren bzw. der jeweiligen Raumnutzung anpassen. Das Raumdesign ent­steht virtuell per Licht- und Projektions­technik und kann somit je nach Art der Veranstaltung auf attraktive Weise verändert werden. Die gleiche Technik kann auch genutzt werden, um bei­spielsweise Konzerte, Opern oder Shows etc. aus anderen Ver­anstaltungsstätten in hoher Qualität zu übertragen. Trotz oder besser gesagt mit diesen herausra­genden Alleinstellungsmerkmalen lassen sich gleichzeitig die Baukosten deutlich senken. Zudem sind hyd­raulisch ausfahrbare Bühnen- und Tribünensysteme vorgesehen, so dass im Hinblick auf einen möglichst wirt­schaftlichen Betrieb Umbaumaßnahmen in kurzer Zeit erfolgen können.

Ergänzt um ein großes Foyer, die notwendigen Funktions- und Nebenräume sowie um einen wei­teren kleinen Konzertsaal mit ca. 300 Sitzplätzen könnte so das „MUSIKZENTRUM SAAR“ entste­hen, dessen großer Saal für die Besucher, die Musiker und für die Veranstalter ein besonde­res Highlight dar­stellen würde.

Die neuen privaten Eigentümer des ehemaligen Becolin-Geländes an der Mainzer Straße in Saarbrücken sind be­reit, im Zuge der im Frühjahr 2016 beginnenden Abbruch- und Neuerschlie­ßungsmaßnahmen  des Gelän­des hier einen Grundstücksteil für den Bau des MUSIKZENTRUM SAAR bereitzustellen und auch in die Neubaumaßnahme zu investieren, wenn die langfristige Amortisa­tion gesichert werden kann. In Zusammenarbeit mit dem Akustiker Peter Tennhardt wurde bereits ein erstes Planungs­konzept erarbeitet.

Als nächster Schritt steht die Erarbeitung folgender Grundlagen an:

  • Die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, die insbesondere die Nutzungsszenarien beschreibt, mögliche Synergien mit der Congresshalle und anderen Veranstaltungsorten aufzeigt und einen Businessplan zur Investitions- und Betriebsfinanzierung enthält.
  • Der Entwurf des architektonischne Gesamtgestaltungskonzept der Gebäudehülle, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der optimalen städtebaulichen Einbindung des Bauwerks.
  • Die Erarbeitung technischer Vorplanungskonzepte in den Bereichen Akustik, Multimedia, Bühnen- und Tribünentechnik sowie Klimatisierung durch externe Fachleute, um zu
    einer belastbaren Gesamtbaukostenschätzung zu kommen.